Projekt Empathie von Leander Rose

Projekt Empathie

Projekt Empathie von Leander Rose erzählt die Geschichte des syrischen Flüchtlings Samir vor und nach seiner Ankunft in Deutschland. Lies hier mehr.

Details:

Titel: Projekt Empathie

Autor: Leander Rose

Genre: Roman

Verlag: Selbst veröffentlicht

Deutsche Erstveröffentlichung: Januar 2018

Seitenzahl: 358

ISBN / ASIN: 1520827881 / B06XKG3JGT

Preis: 10,99€ (Taschenbuch); 0,99€ Kindle-eBook

Projekt Empathie – Inhalt

Der Syrer Samir hat alles verloren: Sein bester Freund wurde ermordet, seine Verlobte ist geflohen und schließlich stirbt auch seine Familie bei einem Attentat. Also macht sich Samir auf den Weg in die Türkei – ohne Geld, ohne Vorräte und ohne Auto – um seine Verlobte zu suchen. Nur um dort festzustellen, dass auch sie gestorben ist.

Durch dieses Leid verliert Samir sein Gedächtnis und kann sich erst wieder erinnern, als er in Deutschland angekommen ist. Hier kommt er in ein Flüchtlingsheim, in dem er Maya kennenlernt – ein verwöhntes Mädchen, für das nur ihre eigenen Probleme im Mittelpunkt stehen. Doch auf Befehl ihrer Großmutter hin arbeitet sie jetzt in eben diesem Flüchtlingsheim und wird hier mit ganz anderen Schicksalen konfrontiert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelt sich zwischen den beiden eine wunderbare Freundschaft. Und nicht nur Samir findet hier Hilfe auf ganz unerwartete Art.

Über die Autorin (von amazon.de)

Leander Rose wurde 1992 geboren und lebt zusammen mit ihrem Mr. Darcy und der Hündin Lola in einem kleinen Haus am Berg in der idyllischen Kleinstadt Gießen, nahe Frankfurt.
Schon als kleines Mädchen, träumte sie den Traum vom eigenen Buch und wollte, mehr als alles andere, eine Geschichtenerzählerin werden.
Was als Schauspiel mit Playmobil Figuren begann, fand schnell seinen Weg zu Stift und Papier und nahm nach und nach die Form eines richtigen Buches an.
Im März 2017 entschied sie sich den ersten Schritt zu wagen, ihren Traum zu verwirklichen und veröffentlichte ihre ersten Bücher im Selbstverlag bei Amazon.
Seitdem ist kaum ein Tag vergangen, an dem Leander Rose nicht an neuen Ideen gearbeitet und eifrig in die Tasten gehauen hat.

Für die Zukunft sind viele weitere Projekte geplant, denn die Ideen sprudeln förmlich über und verlangen aufgeschrieben zu werden.

Wenn Sie mehr über die Autorin erfahren möchten, besuchen Sie www.leanderrose.de

Projekt Empathie – Bewertung

Auf Instagram habe ich es ja schon in aller Kürze erwähnt, aber ich wollte unbedingt nochmal etwas genauer zu meiner Meinung über Projekt Empathie eingehen.

Stil

Der Stil der Autorin ist einfach und flüssig. Dadurch lässt sich das Buch schnell lesen und wer mich kennt weiß, dass ich gerade nach einem langen Tag genau das mag. Projekt Empathie lässt sich wunderbar lesen – ich war innerhalb von zwei Tagen durch – auch Abends direkt vor dem schlafen. Und trotzdem regt es zum Nachdenken an.

Die Autorin schreibt über dieses hochbrisante Thema – das Schicksal der Flüchtlinge – sehr sensibel und mit viel Gefühl und wirft einen Blick darauf, wie die Menschen mit ihrem Schicksal umgehen und was sie überhaupt erleben. Für viele (ich spreche hier beispielsweise von meiner Oma) ist das ein fremdes Thema: Sie haben keinen Kontakt mit Flüchtlingen und hören nur was man in der Zeitung liest – so beispielsweise den Amoklauf im Münchner Einkaufszentrum.

Neigt man dann dazu die Schuld sowieso nur bei „den Ausländern“ zu suchen, ist sowas gefundenes Fressen. Und auch solchen Leuten lege ich dieses Buch ans Herz: Viele reagieren aus Unwissenheit mit Angst, aber wenn das einen Effekt hat, dann macht es alles nur schlimmer. Also wenn ihr Angst habt, wie sich „unsere Gesellschaft durch die Flüchtlinge verändern“ könnte, lest das Buch und denkt in Ruhe darüber nach. Aber auch alle anderen: Es lohnt sich wirklich und gibt einen Einblick in die Schicksale, die uns tagtäglich begegnen.

Figuren

Samir ist Kriegsflüchtling und steht eigentlich vor dem Nichts: Er hat seine Familie, seine Freunde und seine Verlobte verloren. Und trotzdem gibt er seinen Lebensmut und seinen Lebenswillen nicht auf – nein, er macht trotzdem immer weiter. Und auch wenn er in Deutschland nicht freundlich empfangen wird, sucht er nach Gründen dafür, anstatt die Menschen einfach für schlecht zu halten. Von dieser positiven Einstellung kann man für das eigene Leben viel lernen – auch ich selbst, ich nehme mich von diesem Kommentar nicht aus.

Maya ist genau eine der Personen, die sich von Samirs Lebenseinstellung eine Scheibe abschneiden kann – und für sie ist das „Projekt Empathie“ ihrer Großmutter gedacht. Sie soll lernen, über den eigenen Tellerrand zu schauen, das Leid anderer Menschen zu sehen und für das eigene Leben dankbar zu sein. Mit der Zeit gelingt ihr das, wodurch sie mir im Laufe des Buches immer sympathischer geworden ist.

Hintergrund

Auf den politischen Hintergrund möchte ich an dieser Stelle gar nicht eingehen, dazu finden sich an anderen Stellen genug Infos. Was mir aber wichtig ist, ist auf den Empfang und das Leben der Flüchtlinge in Deutschland nochmal kurz einzugehen. In Projekt Empathie werden Flüchtlinge angefeindet, während der Großteil der Bevölkerung schweigt.

Ich unterrichte Deutsch als Fremdsprache und arbeite jeden Tag mit Migranten europäischer Herkunft aber auch mit Flüchtlingen. Ganz egal ob Irak, Iran oder Syrien. Letztes Jahr hatten wir im Unterricht das Thema „wie ist das Leben für euch in Deutschland“ und einer meiner Flüchtlinge hat mir auf diese Frage geantwortet (aus dem Gedächtnis wiedergegeben). „Es macht mir vor allem Angst. Ich kenne die Menschen nicht, ich verstehe die Kultur und die Sprache nicht. Zu Hause hatte ich ein Haus und eine Familie. Jetzt sitze ich alleine in meiner Ein-Zimmer-Wohnung und weiß nicht, wie es meiner Familie geht oder ob ich sie jemals wieder sehe. Ich kenne hier niemanden. Wenn ich versuche Kontakte zu knüpfen wenden sich die Leute von mir ab, weil sie kein Englisch können oder weil sie nicht mit mir sprechen wollen“.

Das macht mich traurig wenn ich sowas höre – und er ist nicht der Einzige, der mir sowas erzählt hat. Bei uns ist es noch gar nicht so lange her, dass wir selbst Krieg hatten. Meine Oma ist Kriegsflüchtling und mein Urgroßonkel war in Auschwitz. Was sie mir erzählt, finde ich immer wieder schockierend. Wir können dankbar sein, dass es uns gut geht und wir in Frieden leben dürfen. Aber wir sollten nie vergessen anderen Menschen zu helfen, denen das nicht vergönnt ist.

Fazit

Von mir gibt es für dieses sensible und berührende Buch, das mit viel Herz geschrieben ist 5 von 5 möglichen Sternen. Auch möchte ich mich bei Leander Rose für den netten Austausch auf Instagram und die Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanken.

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